Der "Eintags-Po" mit Piep

 Der Eintags-Po mit Piep


Gestern war das Wetter hier im Rheinland wirklich fein, so Ende Oktober und die Sonne scheint. Also, nichts wie raus in den Garten und endlich die Blumenzwiebeln in den Boden, das Hochbeet neu füllen, Pflanzen beschneiden und, und...und.

Bereits um kurz vor acht war ich draußen, es wurde (nach Sommerzeit) endlich hell und ich legte los. Kürbis raus, das dicke Ding auf die Terrasse geschleppt und dabei ein lustiges Knacken im Rücken gehört. Knack, hui, nicht gut.....


Das Grüne vom Kürbis in den Kompost stecken - dabei hab ich gemerkt, dass der voll ist und hab unten den fertigen Kompost entnommen und im Hochbeet eingearbeitet. Weiter ging es mit allerlei abzuschneidenden Pflänzchen, meine Dahlien jedoch, hm, die lass ich noch. 

Also bücken, heben, tragen, strecken, wieder bücken.....kein Problem, knack-knack. In meinem Gartenwahn flitze ich so zwischen Vorgarten und Hintengarten hin und her und find es prächtig. 




Meine Hände sind dreckig, alles riecht nach Laub und Erde. Ich auch. Mein Gartensack (so ein riesiges grünes Ding mit Griffen) ist schon schön prall, ich schnapp es mir und flitze ums Haus rum nach hinten, da müssen noch die Gurkenranken rein. 

Als ich um die Ecke biege, den Sack vorne, latsche ich beinahe auf den Kater, der auf der Terrasse in der Sonne eingeschlafen ist und mich natürlich nicht hört, wie auch, er ist ja taub. Mit der größtmöglichen Eleganz überspringe ich ihn und lande eher unglücklich mit Sack auf selbigem. Knack! Schnell umgucken, ne, hat keiner gesehen, puh! Der Kater schnarcht, der Rücken lebt noch.

Vor dem Haus fege ich noch schnell das Laub des Mirabellenbaumes weg und bücke mich, um es in den Sack zu stecken - da fällt mir die Brille auf die Pflastersteine und bricht in der Mitte. Es ist so eine randlose Brille, sowas kauf ich mir nie mehr, ist ständig im Eimer. Die beiden Hälften versuche ich wieder zu einem Ganzen zusammen zu stecken, na, klappt ein wenig und an einem Glas ist auch was abgesplittert. Der Kater kommt mal gucken, was ich mache, sagt kurz: "mau" und geht wieder auf sein Terrassenplätzchen.



Manno, also rein, duschen, frisch anziehen und schnell zum Optiker, der auch gerade noch so auf hat, es ist Samstag Mittag. Die nette Dame repariert mir das Ding provisorisch und ich hab dann am Montag einen Termin für eine neue Brille. Während ich bei der Reparatur warte, kommt eine ältere Dame mit Rollator rein und rempelt gegen den Tresen. Sie verlangt lautstark eine neue Batterie für ihr Hörgerät.

"Hörnsema, Fräuleinchen, ich brauch da ne neue Batterie!" ruft die alte Dame der 50 cm entfernt stehenden Verkäuferin zu.
"Ja, welche denn?" fragt die Optikdame.

"Eine Ba-ta-rie, meine ist alle, ja?" sagt die alte Dame.

Optikdame: "Ja doch, aber welche Größe? Die sind unterschiedlich!" Langsam wird sie lauter.
Alte Dame: "Sie müssen lauter sprechen, meine Batterie ist alle!" 
Optikdame: "Die Größe, ich muss doch die Größe wissen!"
Alte Dame: "Ah, ja, ich warte." 
Optikdame (langsam etwas verzweifelt): "Ich hole mal alle, und sie suchen eine aus!"
Alte Dame: "Wo wollen sie denn hin? Hallo?"
Die Optikdame kommt mit verschiedenen kleinen Päckchen zurück: "Welche brauchen Sie denn?"
Alte Dame: "Eins, nur eins!"
Optikdame: "Ja doch, welches?"

Ob sich so mein Kater fühlt?

Ich stehe in sicherer Entfernung und gackle leicht vor mich hin, da wendet sich die alte Dame zu mir: "Sagen Sie, bedienen Sie hier auch? Nein? Was ein Saftladen!"
Sprichts und schnappt sich ein Päckchen: "Ich will nur das hier, ja? Und ich werde mich beschweren!"

Optikdame: "Das mach dann 2,49 bitte."
Alte Dame: "Hier, aber Trinkgeld gibt es nicht!" Wütend rauscht sie mit dem Rollator raus.

Die Optikdame ist erleichtert und holt meine Brille, ich brauche auch nichts mehr dafür zu zahlen, bingo. Sie ist froh, sie hat gleich Wochenende.

Zuhause angekommen schlüpfe ich wieder in die Arbeitsklamotten und merke, dass der Rücken nicht mehr knackt, toll. Ich denke darüber nach, ob es Hörgeräte für Katzen gibt.

Im Garten sammle ich weiter alles Vertrocknete ein und kehren will ich ja auch noch zu ende. Da bemerke ich einen kleinen braunen Vogel, der wie irre piepst. Piiiie, piiiep,piiiiep und er hört nicht auf. Anfänglich findet man die Musik von Mutter Natur nett, dann jedoch langsam nervig bis hin zum Gedanken an einen schweren zielgerichteten Gegenstand...Piiiiep...

Piiiiep, so durchdringend und laut, piiiiep, hui, gleich werd ich zum Mörder.....piiiiiiiiiep, im Sekundentakt. Keine Melodie, nix Tolles, nur Piiiiiiiiiiiiip....ein einziger hoher Ton....piiiip.

Ich packe mein ganzes Geraffel ein und gehe rein. Morgen ist auch noch ein Tag. Piiiip. Der Kater merkt nix, er schlummert weiter.

Heute morgen stehe ich auf und merke jeden Muskel in meinem Po, jeden. Ich habe Muskelkater, aber der geht ja schnell weg, also habe ich einen Eintags-Po. Und draußen vor dem Fenster macht es piiiiip. Ich habe Po-Aua und einen Drecksvogel, der gleich sein letztes Piep macht! 

Leider hinkt meine tatsächliche Geschwindigkeit beim Trepperunterrennen meiner gedanklichen hinterher und ich komme eher bedächtig unten auf der Terrasse an. Dieser Vogel, mein Po, der Kater.....hach....ne, ich ärgere mich nicht, es ist Sonntag, ich mach mir nen Kaffee und gut ist. 

Ich bin in der Küche, der Kater steht hinter mir und sagt mau, draußen der Vogel. Der Kater will sein Leckerchen, Mau-mau-mau, piiiip, piiiip, piiip und mein Po, auuuuua.....

Während ich das hier schreibe, denke ich über Vor- und Nachteile von Gehörverlusten nach, der Kater schläft wieder und der Vogel piepst. Er hat einen neuen Freund gefunden, bei den Nachbarn, der piepst auch. Ich sitze ganz schief, wegen dem Eintags-Po und habe nun das Gepiepse in Stereo....

Lieber Leser, ich wünsche dir einen ruhigen Sonntag und halt die Ohren steif (konnte ich mir nicht verkneifen :-) )

Dein Gartenäffchen

PS: gerade hat er aufgehört, vielleicht hat ihn der Kater geholt....die Hoffnung stirbt zuletzt.....
PPS: ne, da isser wieder.....Scheißvogel.....








Kommentare:

  1. Mein Gartensack macht gerade draußen das Garagendach winterfest:))) Na, der war gemein. Der arme Herr Müller.
    Der Terrorvogel erinnert mich an meine Terrortaube, die mir erst meinen Nobelpreis und dann den Ungarn-Urlaub mit ihrem bescheuerten Gegurre versaut hat.

    Ich wünsch dir einen schönen Sonntag,
    liebes Äffchen (und grüß den Kater mit Gebärdensprache von mir)

    PS: kuck morgen mal in die Lehrerzimmeraußenstelle bei FB, da hab ich ne tolle Halloweendeko vorbereitet ;-)

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    1. Hihiiii, dein Gartensack hat einen Namen, wie cool ist das denn... grins, neee, der arme Herr Müller :-) Ich komme gerne morgen gucken, versprochen !!! Terrortaube, herrlich!

      LG
      Petra

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  2. Sehr schöner Beitrag, ich muss dieses Jahr noch nichts im Garten machen.

    Lg Jasmin

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  3. Toller Bericht, ich habe auch noch so einiges im Garten zu tun. Wenn der Hund dabei ist kann ich leider nicht viel machen, er macht das Laub immer wieder auseinander 😂
    Ich folge deinen Blog auch gleich mal😉
    Liebe Grüße Katrin

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