Der September, der ein Juli war


Da ist er also. Diese Jahr fühlt sich der Herbst so heiß an, mehr wie Sommer,als wie der Vorbote von Weihnachten. Ich ernte noch immer Erdbeeren, Salat und Tomaten. Auch Gurken sind noch da. 

Im Flur habe ich an den alten, goldenen Rahmen über dem Kamin eine Herbstlichterkette gehängt, diese wird abends und morgens nun schon angemacht. Kleine Keramikpilze überall im Haus sollen eine Herbststimmung verbreiten, was angesichts der herrschenden Temperaturen doch recht schwer fällt. Die Sonne schafft es, die Tage noch immer bis an die 30 Grad -Marke zu führen. 

Alt-Weiber-Sommer, da sind morgens und Abends lange Spinnfäden in der Luft, die Blätter werden braun und man genießt die letzten warmen Tage. Die Stoppelfelder werden bereits umgeackert und der Mais findet schon seinen Weg in die Silagen. Ganz früh liegt bereits der erste, feine Nebel auf den Feldern. Und in den Geschäften gibt es schon Spekulatius und Lebkuchen. Die Bauern rasen mit ihren Treckern geschäftig von den Feldern zu den Höfen und bringen die Ernte ein. 

Der Herbst auf dem Land ist wundervoll, die Natur gibt noch einmal alles. Ich mag gar nicht an die trüben Tage denken, wenn man morgens im Dunklen das Haus verlässt und abends im Dunklen heimkehrt.  Es wird kalt und regnerisch und sicher werden wir wieder keine weiße Weihnacht bekommen. Dann zieht sich die Kälte wieder bis in den April und man könnte verrückt werden.

Heute geht es in den Garten, die Tomaten werden komplett abgeerntet. Das waren eindeutig viel zu viele Sträucher... Nun, man lernt ja. Als Resumee aus diesem Erntejahr kann ich sagen, ich hatte zu viele Zucchini, Tomaten und Gurken. Ich hatte zuwenig Salat und der Kürbis gehört nicht ins Blumenbeet. 

Mein Erdbeerturm war eine Wucht, davon werden im nächsten Jahr ganz klar noch 3 weitere entstehen, für mich ab sofort die einzige Art Erdbeeren anzubauen, ich werde darüber noch berichten. Der misslungene Kartoffelturm gehört der Geschichte an und ich werde in einem niedrigen Hochbeet am Haus Kräuter ziehen, hier will einfach nichts anderes wachsen.

Die Tulpenzwiebeln müssen noch in die Erde - das liebe ich ja, ich stelle mir dann beim Einbuddeln schon vor, wie wundervoll der Frühling wird. Und überhaupt habe ich noch viel zu tun, bevor mein Garten in seine wohlverdiente Ruhephase gleiten wird. Kompost muss ich auch noch auf die Beete machen und die Bohnen abzupfen. Dieses Jahr war das erste Kidneybohnenjahr, der Anbau ist vergleichsweise einfach und die Ernte fällt üppig aus. Die Bohnen hatte ich in Kübeln gezogen - sah klasse aus und die Ernte war auch bislang ok. Werde ich wohl wieder so machen.

Und für die Kaninchen müssen wir noch Heu und Strohballen beim Bauern holen - hach, es wird richtig Herbst...Eine Zeit, in der man vielleicht nicht nur über die Beete nachdenken sollte....Denn die Zeit wird man ja bald haben, wenn es draußen nichts mehr zu tun gibt...

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